Manfred M. Riedle Zürich: Niederdorfstr. 18, 8001 Zürich, +41 1 252 54 23
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  Psychologie des Alltags
 
 
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  Angst und Liebe
Das Dreieck 'Angst-Vertrauen-Kontrolle' zeigt anschaulich den Wirkmechanismus von Kontrolle. Die Befreiung ist das Loslassen, ist der Weg zurück zum Vertrauen und zum Urvertauen, deren Quelle die allumfassende Liebe ist. "Ich atme ein, ich atme aus, ......"
Wir bewegen uns oft auf der Achse 'Angst - Vertrauen'. Je mehr Vertrauen weniger Angst erfahren wir und umgekehrt. Unser psychischer Selbstrettungsversuch ist der Weg der Kontrolle. Mittels Kontrolle versuchen wir die Angst im Griff zu halten. Dies erfordert ein immens grosser Energieaufwand und es bleibt die Furcht, die Angst könne wieder durchbrechen.
Angst engt uns und unseren Verhaltensspielraum ein. Angst breitet sich in unseren Gedanken und unserem Körper aus. Unser Atem wird flacher und kürzer. Unsere Gedanken kreisen um die Angst und derer Kontrolle.
   
Die Befreiung von der Angst und die Auflösung der Kontrolle erfolgt durch die Rückbesinnung auf die seelische Quelle allen Lebens: des freien Atems und der Liebe. Aus der Liebe erfahren wir wieder unser Urvertauen, das uns u.a. ermöglicht angstfrei und konstruktiv mit Veränderungen im Leben umzugehen. Wie aus der elterlichen Liebe und deren Vertrauen unser Vertrauen erwachsen kann, aus dem wir unser Selbstvertrauen und unser Urvertrauen in uns selbst entfalten können. Mittels freiem, verbundenen Atem geben wir uns und unserem Körper wieder das Bewusstsein zurück, genügend festen seelischen und emotionalen Boden in uns zu haben um unser Leben bewusst und erfüllt leben zu können.
  Vertrauen, Aufrichtigkeit und Spontanität

Lebendigkeit basiert auf tiefem, selbstverständlichem Vertrauen. Wir sind im Einklang mit den tiefen Geheimnissen des Lebens und lassen das Leben durch uns wirken. Keine begrenzten Gedanken, keine leidvollen Erfahrungen halten das Leben zurück. Aufrichtigkeit uns selbst und dem Leben gegenüber lässt uns wirklich aufrichten. Keine Schuld, kein Zwang, keine Erfüllung von Erwartungen bringen uns von dem Weg der Aufrichtigkeit ab. Wir lernen uns, wie wir in unserer Aufrichtigkeit sind, der Welt zuzumuten und bringen uns selbst Wertschätzung, Respekt und Akzeptanz entgegen. So wird unser Leben achtungsvoll, spontan und direkt - kurzum lebendig und erfüllend.
  Selbstkonzepte und Prägungen

Selbstkonzepte sind kognitive Definitionen, nach denen wir unser Leben ausrichten. Wiederholende Erfahrungen und Interpretationen formen und intensivieren unsere Konzepte. Meist sind uns diese Konzepte nicht bewusst. Durch Feedbacks, könne wir diese Konzepte erkennen und deren ursprünglichen Sinn erarbeiten. Rollenverhalten, Nachahmungen oder Anpassungen basieren meist auf solchen Konzepten. Sie entstehen teils aus früheren emotionalen Überlebens- und Schutzbedürfnissen, und teils aus unserer früheren Umwelt, die uns als Modell dient. Dieses soziale Erbe prägt unser späteres Verhalten, unsere Einsichten und unsere Beziehungen.
Prägungen aus unserem familiären Herkunftsmilieu können wir transformieren durch die Entdeckung unseres wahren Wesens. Wir werden über unserer selbst erschaffenen Realitäten bewusst. Werden wir fähig sowohl wahre Wirklichkeit von unseren Realitäten zu unterscheiden, als auch zu entscheiden, welche Konzepte wir verändern, loslassen oder behalten wollen, können wir ein bewusstes selbst ausgewähltes Leben führen. Mittels Erfahrungen unserer Mitte, dessen Impulse und Lebenskräfte entwickeln wir unser Leben zu einem bewussten entscheidungsfreudigen Lebens.
  Kommunikation im Alltag

In der alltäglichen Kommunikation werden oft unbewusste, pauschale Ausdrücke benutzt, wie zum Beispiel "man sollte vielleicht ...." oder "wir könnten mal ....". Auch der Modus der Du-Botschaften ("kannst du mir ..." oder "du musst ....") ist weit verbreitet. Es sind Kommunikationsformen, die persönliche Stellungnahmen und direkte Gefühle vermeiden und damit zu Kommunikationsstörungen führen können.
Aufrichtige Kommunikation beginnt bei uns selber. Wir lernen uns bewusst wahrzunehmen und werden fähig uns anderen zuzumuten. Die passenden Kommunikationsformen sind die Ich-Botschaften ("ich bitte dich, mir zu helfen ...." oder "ich hätte gerne am liebsten ..."). Der eine Gesprächspartner nimmt Stellung, indem er von sich spricht: von seinen Gedanken, von seinen Empfindungen und von seinen Eindrücken. Ist der andere Partner ein guter, aktiver Zuhörer erreichen wir eine Kommunikationsform, die wir einen aufrichtigen Dialog nennen.
Wird der Austausch von Bedürfnissen, und Meinungen einerseits und die Rückmeldung deren emotionalen und geistigen Eindrücke andererseits in dieser klaren Form getätigt, findet eine fliessende Kommunikation als gegenseitiger intensiver Austausch statt. Gelingt es die Alltagskommunikation bewusst in dieser Form zu führen, werden Auseinandersetzungen mehr zu aufrichtigen Diskussionen und weniger zu endlosen Streitereien.
Neben der verbalen Kommunikation teilen wir viel Informationen auch nonverbal mit. Ähnlich wie die Melodie, die die Musik zum klingen bringt, tragen die nonverbalen Botschaften wichtigen Informationsgehalt und steuern die Kommunikation. Mit einer offenen, liebevollen und vertrauensvollen Haltung erreichen wir eine nonverbale Ausdrucksform, die den Zuhörer besser zuhören lässt, als eine abweisende, reservierte Haltung. Rechte Psychohygiene führt zur dieser konstruktiven Kommunikation im Alltag.
  Sexualität und Erotik
Auch wenn Sexualität heute weit weniger ein Tabu ist, als früher, bleibt es ein Mysterium. Die Werbung benutzt gewisse Erotik um Ihre Produkte anzupreisen. Menschen gestalten ihr Äusseres erotischer, wenn sie ein sexuelles Bedürfnis haben. Ohne Sexualität gäbe es keine Evolution, keine Fortpflanzung. Sexualität kann sowohl als eine rein körperliche Triebbefriedigung sich zeigen, als auch ein sich in absoluter Nähe und Offenheit gegenseitiges berühren und bewegen lassen um - mit oder ohne orgastischem Abschluss - in liebevoller Zweisamkeit etwas von einem Einssein zu erfahren. Männliche und weibliche Sexualität sind die unterschiedlichen, geschlechtsspezifischen Erfahrungs- und Bedürfnisaspekte.

Wie Sport kann auch die sexuelle Triebbefriedigung als Spannungsabbau gesucht und benutzt werden. Durch mentale Vorstellungen (sexuelle Phantasien von Frauen und Männern sammelte Nancy Friday), erotische Bilder oder Liebesgeschichten kann dies bewusst verstärkt werden. Die Sehnsucht darin kann sich zu einer Sucht steigern, die uns Menschen als das Opfer der Begierde darstellt. Doch der Mensch ist vielleicht willensschwach, aber grundsätzlich entscheidungsfähig. Ein gesunder, ausgeglichener und verantwortungsbewusster Umgang mit Lust, und Begierde ist dagegen auch ein Ausdruck von lebendig sein.
Die körperliche Vereinigung kann auch ein Symbol für einen inneren Prozess sein. In der Innenwelt kann eine - auch unbewussten - Sehnsucht zu einer mystischen Vereinigung und zur "Vollkommenheit" die sexuelle Dynamik antreiben. Im Tantra wird dies durch die rituelle Darstellung der Vereinigung von Shiva und Shakti beispielhaft dargestellt. Ebenso in dem Liebesgedicht von Shiva an Shakti. Es ist die "heilige Hochzeit", die Vereinigung der Dualität von Yin und Yang - weiblichen und männlichen Prinzipien. Es ist die gleichzeitige Einheit und Gegensätzlichkeit des Absoluten, dargestellt in der mystisch-sexuellen Vereinigung von "Samantabhadra" und seiner Dikini "Samantabhadri".

Andererseits kann auch der psychische Prozess des Regredierens sexuelle Aspekte haben, wenn es die Dimension der symbiotischen Verschmelzung beinhaltet. Dort wird im Regredieren Schutz gesucht im 'Schoss der Mutter', der im allgemeinen in jedem von uns eine absolute Geborgenheit darstellt.

Zwischenmenschliche Liebe, die sich in Zuneigung und Zärtlichkeit zwischen zwei Menschen zeigt, kann auch durch tiefe gegenseitige Vertrautheit zu einer intimen Begegnung und Nähe entwickeln, die sich in der sexuellen Vereinigung ekstatisch feiern lässt. Durch diesen Liebesakt kann eine neue Körperlichkeit erschaffen werden um einer Seele die Inkarnation zu ermöglichen: die Zeugung eines Menschen aus Liebe.

Sexualität als wahre Liebe zeigt sich auch in dem sich dem Partner hingebenden Prozess des echten bedingungslosen Vertrauens. Berühren und sich berühren lassen, in intimster Nähe sich körperlich, seelisch und geistig zu begegnen, sich auszutauschen, und sich den Empfindungen und Gefühlen hinzugeben kann für einen Moment als ein Zustand höchster Erfüllung und Beglückung erfahrbar machen. Dies erotische Sinnlichkeit kann man nicht willentlich herbeiführen, sondern nur geschehen lassen. Liebe zu empfangen und Liebe zu geben ist ein Produkt von Demut, Hingabe und Urvertrauen. Dies kann auch in der erotischen Zweisamkeit und in der Sexualität empfunden werden.
  Lebensfreude und Glück als

Ein Beispiel für Lebensfreude finden wir in der Regeln bei Kindern, die unbeschwert und aus ihrer inneren Lebenskraft sich bewegen oder spielerische am Leben unbesorgt teilnehmen. Einerseits sind es die liebevollen Eltern, die ihre beschützenden Hände ausbreiten, andererseits sind die Kinder noch unbefleckt von schmerzhaften Lebenserfahrungen. Diese schmerzhaften Erfahrungen und der Versuch denen zukünftig aus dem Wege zu gehen haben einen prägenden Einfluss auf die Entfaltung und Entwicklung. Die dabei entstehenden Verhaltenskonzepte und Lebensscripts können unser weitres Leben des Erwachsenen bestimmen. Aus Angst vor potentiellen psychischen und physischen Schmerzen wird die Lebendigkeit mit ihrer Lust und Freude zurückgehalten. Diese Erwachsenen können ihre Lebensfreude, die Lust das Leben in seinen Ausformungen zu entdecken und ihr inneres Kind verlieren. Verantwortungen und Pflichten können erdrückend werden. Schuldgefühle schütten die Tore des Herzens zu und unser Gang im Leben wird schwer und gebeugter. Ein Aufschrei unseres Wesens, ein Leidensdruck oder andre Motivation kann uns auf den Weg der Erkenntnis bringen und die Quelle der Lebenskraft wiederentdecken lassen. Wir integrieren unser verlorenes innere Kind, fassen Mut unser wahres Leben zu leben und die Lebensfreude wie ein Fluss durch unsere Poren strömen. Wir Ersetzen Angst und Schuldgefühl mit Achtsamkeit und Bewusstheit, sowie Unterdrückung mit Lebesbejahung und Selbst-Akzeptanz. Wir dürfen Verantwortung für unsere Lebensenergie und unsere Lebensfreude übernehmen und im Rahmen der aktuellen Situation bewusst und achtsam leben. Unsere hemmenden Selbstkonzepte verändern sich zu konstruktiven Modulen, die voll unsere Lebendigkeit und unser Leben unterstützt. So finden wir unser wahres Glück.

Wahres Glück finden wir letztendlich weder im materiellen Dingen noch im idealisierten Partner oder in der idealisierten Partnerin. Tiefes Glücklichsein steht in enger Freundschaft mit der ursprünglicher Lebensfreude, die aus unserem wahren Wesen und unserem emotionalen Herzen strömt. Diese Offenheit lässt den Strom der Liebe und Vertrauens nicht versiegen. Unser Bewusstsein erscheint wie geläutert zu sein und verbunden mit dem Bewusstsein der Vollkommenheit, dem Absoluten, dem Grossen Geist oder Höchstem Prinzip. Erfahrbare Glückseligkeit kann unsere Persönlichkeit durchfliessen und uns zutiefst und nachhaltig emotional bewegen.

Die Erfahrungen von Glückseligkeit und wahrem Glück können uns motivieren unser Leben neu auszurichten. Unser Eigenraum wirkt gefestigt und wir bejahen unsere seelischen Wesensbedürfnisse. Unser Leben orientiert sich neu an, daraus entstehenden, ethischen Erfahrungen. Lebensfreude, Zufriedenheit, innerer Seelenfrieden, Gelassenheit und Liebe, sind Attribute der daraus resultierenden erwachten Lebensführung. Die Erkenntnis, dass wir nichts anderes darstellen müssen, als das was wir vom Wesensgrund her sind, lässt uns so sein wie wir sind und das in seiner Lebendigkeit zum Ausdruck kommen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung auch andere Menschen in ihrer Seins-Art besser akzeptieren zu können und Ihnen damit etwas Lebensglück und Anerkennung zu schenken.
 
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